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Lavendelfeld
© I love sticky rice / iStockPhoto

Lavendel – ein Hauch von Süden

Jeder kennt die mediterrane Pflanze. Ob als Heilpflanze, Duftgeber oder hübschen Strauch im Garten: Lavendel ist allseits beliebt und hat eine Menge zu bieten. Wie Sie diesen Allrounder auch in Ihren Garten bringen und was für Pflege er bedarf, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Vorkommen

Lavendel ist ein Strauch und umfasst ca. 40 verschiedene Arten, welche aus Kreuzungen verschiedener Wildformen entstanden. Ursprünglich kommt er aus mediterranen Räumen, aber wächst auch in den gemäßigten Zonen Mitteleuropas und dem Süden Englands
Sonnenuntergang über Lavendelfeld
© I love sticky rice / iStockPhoto
Mit seinem intensiven Duft und leuchtend violetten Blüten ist Lavendel ein Blickfang.

Merkmale des Lavendel

Blühenden Lavendel erkannt man an seiner einprägsamen Farbe. Die Farbe des Lavendels ist so einzigartig, dass ihr genau dieser Violettton gewidmet wurde .Mittlerweile gibt es auch weiße und rosa Farbtöne. Zudem fällt Lavendel durch seinen intensiven Duft auf. Die Blätter der Pflanze sind meist immergrün und ca. fünf Zentimeter lang. 

Wachstum

Lavendel blüht von Juni bis August, teilweise auch bis Oktober. Er hat einen buschigen Wuchs mit aufrechten Zweigen und wird meist maximal ein Meter hoch, in manchen Fällen auch bis 1,5 Metern. Die Pflanze wächst bei optimalen Bedingungen sehr schnell. Meist wächst er mit 40-50 Zentimetern Platz zwischen den einzelnen Sträuchern, da sich seine Wurzeln sehr weit ausbreiten. Allerdings wird er auch gerne als Heckenpflanze genutzt, so kann er auch mit einem engeren Abstand zu einander wachsen. 

Anbau

Vor dem Einpflanzen sollte man den richtigen Standort suchen. Um Staunässe zu vermeiden ist ein durchlässiger Boden ideal. Wenige Nährstoffe, aber dafür viel Kalk bieten eine optimale Grundlage. Zudem mag Lavendel es warm und sonnig, im besten Fall etwas windgeschützt. Weißer Lavendel sollte allerdings im Halbschatten eingepflanzt werden. Gekaufte Lavendelpflanzen sollte man möglichst schnell einpflanzen, da sie in dem engen Kunststofftopf eingeengt werden. In das ausgegrabene Loch kann der Lavendel eingesetzt werden und sollte dann mit lockerer Pflanzenerde aufgefüllt werden. Indem man in das Loch Sand oder Kies füllt kann man eine bessere Drainage bekommen. Nach dem einpflanzen sollte man den Lavendel gut gießen, damit er ideal anwachsen kann.
Biene an Lavendelpflanze
© Leila Coker / iStockPhoto
Bienen, Hummeln und Schmetterlinge lieben den spüßen Nektar des Lavendel.
Lavendelöl
© Madeleine Steinbach / iStockPhoto

Lavendelöl findet sich in Badezusätzen und vielen kosmetischen Produkten. Es wirkt als Antiseptikum und Antibiotikum.

Pflege

Lavendel ist relativ pflegeleicht. Da er nährstoffarme Gegenden bevorzugt, muss er auch nicht gedüngt werden. Ein Rückschnitt ist im Gegenzug zu empfehlen, um seine schöne Form zu erhalten. Idealerweise wird er zweimal pro Jahr zurückgeschnitten, einmal im Frühjahr und einmal im Sommer. Im Frühling ist darauf zu achten, dass es nicht mehr friert, aber der Lavendel auch noch nicht ausgetrieben hat. Allerdings ist ein zu tiefer Schnitt ins Holz zu vermeiden, maximal zwei Drittel der Pflanze zurückschneiden genügt. 

Damit der Lavendel ein zweites Mal blühen kann, schneidet man ihn im Sommer erneut zurück, kurz bevor er verblüht. Dabei werden die langen Stiele abgeschnitten, in etwa ein Drittel. Falls der richtige Zeitpunkt verpasst wird, sollte man am besten gar nicht zurückschneiden, da sonst Frostschäden entstehen können.

Nicht alle Lavendelarten sind winterhart. Empfohlen wird der sogenannte echte Lavendel, der Temperaturen bis -15°C aushält. Je nach Art sollte man sich individuell informieren, um die Pflanze beispielsweise mit Zweigen oder Laub zu schützen.

Nutzen

Lavendel hat mehrere nützliche Eigenschaften. Sowohl in Kosmetik als auch in der Naturheilkunde, wird die Heilpflanze gerne verwendet. 

Das Öl findet sich in Badezusätzen, aus Lavendelblüten lassen sich beispielsweise Gesichtswasser, Gesichtslotionen und Handcremes herstellen. Doch auch in Haarspülungen wird die Pflanze gerne verwendet.

Aus den getrockneten Blüten lässt sich ein ätherisches Öl herstellen, welches antiparasitäre Eigenschaften hat, krampflösend, schmerzlindernd und immunstärkend wirkt. Zudem fungiert das Öl auch als Antiseptikum und Antibiotikum und eignet sich hervorragend für die äußerliche Anwendung auf der Haut, zum Beispiel bei Blutergüssen, Schwellungen, Verbrennungen oder Dermatitis. Nicht nur auf die physische, auch auf die psychische Gesundheit hat die Pflanze einen positiven Einfluss.

Auch zum Kochen eignet sich Lavendel wundervoll. Sowohl in Süßspeisen, als auch in deftigen Gerichten bringt der ausgefallene Geschmack des Lavendels eine raffinierte Note.

Aber nicht nur Menschen, auch Tiere lieben Lavendel. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge fühlen sich sehr wohl bei dem violetten Strauch, trinken seinen süßen Nektar. Wer sich also Lavendel in den Garten stellt, kann sich über viele nützliche Insekten freuen.
Lavendelblüten
© OSINSKIH-AGENCY / iStockPhoto

Auf den punkt
  • Vorkommen: Europa, Asien, Nordamerika, Afrika

  • Wuchs: 0,5 - 1,5m

  • Standort: schattig, halbschattig

  • Boden: kalkhaltig, nährstoffarm

  • Pflege: 2x pro Jahr Rückschnitt, wenig Dünger

  • Blüte: violett

  • Blütezeit: Mai - August

  • Frucht: braune Nüsse

  • Winterhart: je nach Art unterschiedlich

  • Mehrjährig: ja

  • Nutzen: Heilpflanze, Zierpflanze, insektenfreundlich

Startbild (vorherige Seite): © EmilPal / iStockPhoto

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