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Seerosen, wie einem Märchen entsprungen

Wer einen Teich im Garten hat oder überlegt sich einen anzuschaffen, dem darf eines nicht fehlen: Seerosen! Die romantischen Blüten auf den schwimmenden Blättern sehen nicht nur schön aus, sondern bieten auch Lebensraum für viele Tiere. Wie Sie diese Märchenpflanze auch in Ihrem Teich ansiedeln können, erfahren Sie in diesem Artikel.

Vorkommen

Seerosen kommen auf der ganzen Welt vor, insgesamt sind 65 verschieden Arten bekannt. In den meisten Gärten sind allerdings Garten-Seerosen, bzw. Nymphea-Hybriden anzutreffen. Diese Züchtungen sind besonders gesund, resistent gegen Krankheiten und Schädlinge, winterhart und vielfältig.
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Seerosen bieten Teichbewohnern vielfältige Verstecke und sorgen dafür, dass sich Teiche nicht so schnell aufzeizen

Merkmale der Seerose

In den meisten Fällen sind Seerosen mehrjährig. Es gibt zwei Blattarten; Schwimm- und Unterwasserblätter. Diese wachsen meist herz- oder pfeilförmig. Unter Wasser verankern sie sich mit ihrem knollenförmigen Wurzelsystem fest im Boden von Gewässern. Die schalenförmigen Blüten geben oft einen angenehmen Duft ab und können fast alle Farben annehmen. Je nach Art blühen Seerosen nachts oder tagsüber.

Wachstum

Seerosen werden je nach Art zwischen 40 und 200 cm groß. Nach ihrer Blüte bilden Seerosen beerenartige Früchte aus. Wurden diese befruchtet, werden sie unter Wasser gezogen, bilden dort Schwimmsäcke und verbreiten sich dann über das Wasser hinweg. Nach einigen Tagen sinken die Früchte unter Wasser, wo die enthaltenen Samen im Boden keimen können. 

Anbau

Als erstes gilt es einen geeigneten Standort für den Gartenteich zu finden, sofern dieser noch nicht angelegt wurde, damit sich Seerosen dort wohlfühlen. Die meisten Arten benötigen viel Licht und Wärme, der Platz sollte also vollsonnig gelegen sein. Nur wenige Arten mögen Halbschatten oder Vollschatten, daher sollten Sie sich vorher individuell zu den Bedürfnissen Ihrer Seerose informieren. Weniger Ansprüche stellen sie an das Wasser. Dieses darf hart oder weich sein, im Idealfall aber reich an Sauerstoff. Der Boden des Teiches sollte am besten lehmig-tonig und nährstoffreich sein.

Am besten pflanzt man Seerosen im Frühling bis Frühsommer. Je nach Pflanze werden Seerosen in Gitterkörbe oder direkt in den Boden gepflanzt. Meist wird empfohlen, die Seerose in einen Korb zu pflanzen, da so die Ausbreitung der Pflanze reguliert und die Seerose allgemein leichter gepflegt werden kann. Vor allem bei jungen Seerosen kann man die Pflanze im Korb an einer niedrigeren Stelle wachsen lassen und sobald die Stiele lang genug sind kann sie an einen tieferen Standort versetzt werden.

Dabei ist es wichtig auf die Wassertiefe und Pflanztiefe zu achten. Diese variiert je nach Art und Sorte. Pflanztiefe und Wassertiefe sind verschiedene Dinge; Pflanztiefe beschreibt den Abstand vom Austrieb bis zur Wasseroberfläche. Wenn die Seerose also in einem Korb gepflanzt wird, ist der Austrieb höher als der Teichgrund. Somit ist die Pflanztiefe geringer als die Wassertiefe. Allgemein lassen sich bei den Sorten drei Kategorien für die Pflanztiefe unterscheiden:

1.Seerosen für einen niedrigen Wasserstand (20-50 cm)
2.Seerosen für einen mitteltiefen Wasserstand (40-80 cm)
3.Seerosen für einen tiefen Wasserstand (70-120 cm)

Ebenfalls differenziert man zwischen schwachwüchsigen und starkwüchsigen Exemplaren. Je größer der Teich, desto starkwüchsiger sollte die Seerose ein.
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Die meisten Seerosenarten benötigen viel Licht und Wärme. Nur wenige Arten mögen Halb- oder Vollschatten.
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Es ist wichtig auf Wassertiefe und Pflanztiefe zu achten. Diese variieren je nach Art und Sorte.

Pflege

Im Korb müssen junge Seerosen im Frühling und Sommer gedüngt werden, um eine ausreichende Nährstoffzufuhr während der Blüte sicherzustellen. Dieser Dünger sollte organisch sein und sparsam verwendet werden oder ein mineralischer Langzeitdünger z.B. Hornspäne sein. Der Dünger wird nun gleichmäßig in das Substrat eingearbeitet.

Im Herbst werden abgestorbene Pflanzenteile abgeschnitten. Winterschutzmaßnahmen müssen in den meisten Fällen nicht vorgenommen werden, da Seerosen in der Regel winterhart sind. Nur Zwergsorten, welche in Mini-Teichen wachsen, werden im Winter in einem großen Eimer in einem kühlen Raum gelagert. Dafür ist es natürlich praktisch, die Seerose in einem Korb gepflanzt zu haben, da sie so im Winter einfach herausgehoben werden kann.

Um Seerosen zu vermehren lassen sie sich teilen. Dies kann man zwischen März und August tun und hilft so mehr Platz zwischen den Seerosen zu schaffen und die Blühfreude zu erhöhen.

Nutzen

Seerosen betören nicht nur mit ihrer Schönheit, sondern bringen auch ein paar nützliche Eigenschaften mit. Durch ihre großen Schwimmblätter schützen sie den Teich vor der Sonneneinstrahlung und verlangsamen das Aufheizen des Wassers. Dadurch wird vor allem Algenbildung im Teich reduziert.

Außerdem finden Seerosen auch in der Medizin Verwendung. Heutzutage ist zwar bekannt, dass sie giftig ist, wird in der Homöopathie allerdings immer noch genutzt. Egal ob als Tee, Alkohol-Extrakt oder Bad, homöopathische Mittel aus Seerosen können bei Erkältungen, Angstzuständen, Hautkrankheiten, Verbrennungen, Magenbeschwerden und Herzleiden helfen.

Auch für viele Tiere spielen Seerosen eine wichtige Rolle. Besonders für mikroskopisch kleine Tiere und Insekten, aber auch für Larven, Frösche und andere Wasserpflanzen, bieten Seerosen einen wichtigen Lebensraum. Die Blüten locken z.B. Hummeln und Libellen an, die großen Blätter dienen als Inseln auf dem Wasser und die Stängel und Wurzeln dienen unter Wasser vielen kleinen Teichbewohnern wie Fischen und Amphibien als Versteck.
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Auf den punkt
  • Vorkommen: weltweit
  • Wuchs: 40-300 cm
  • Standort: vollsonnig, stehende, kalkarme Gewässer
  • Boden: Teichboden, lehmig-tonig, nährstoffreich
  • Pflege: Düngen im Frühjahr und Sommer, Rückschnitt, Vermehrung durch Teilung
  • Blüte: kann fast alle Farben annehmen, schalenförmig
  • Blütezeit: zwischen Juni und September
  • Frucht: Kapselfrucht
  • Winterhart: meistens
  • Mehrjährig: meistens
  • Nutzen: Lebensraum für Tiere, Algenschutz, Heilpflanze
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